An tint junge Prinzessin
bei Ueberschickung
der fünften Ausgabe der Wilhelmine.
Dem Zirkel deines Hofs, dem fürstlichen TurniereDer um dich Kämpfenden und ihren SchmeicheleiuGottlob! einmal entschlüpft zu seyn,
Wie fröhlich ladest du am heimlichen KlaviereDein schönes Herz dir zur Gesellschaft ein!
Du glaubst dich unbehorcht — alleinSchon klopfet leis ein Finger an die Thüre.
„Jst's meine Schwester? nur herein!"
Doch da erscheint ein Weib im tiefsten TrauerputzeVon grauem Zeug, verbrämt mit schwarzem Flor.
Ihr unbekannt Gesicht blickt schüchtern, unterm SchutzeVergelbter Brüßler Kanten, vor.
Um deiner Robe Saum zu küssenWirft sie sich schnell zu deinen Füßen,
Will sprechen, aber inn're SchamDroht ihre Stimme zu ersticken,
Sie stottert — Du wirst roth und fragst mit sanften Blicken:Was ist zu Ihrem Dienst, Madam?