23
Dein Wort ermuntert sie — Sie seufzt, ach ich verdieneKaum diesen holden Blick — denn, Gnädigste, ich binDie weltbekannte Wilhelmine.
Auch nannten mich — Gott weiß in welchem Sinn —
Die Pagen oft die kleine Marschallin.
„Ganz recht, Madame, man hat von Ihrem Leben„Am Hof, ich war noch Kind, mir mancherlei erzählt,„Was eben nicht —Sie werden mir vergeben —
„Ihr Lob enthielt" — Ach Gott! gerade dieses ebenIst das, was mich am Meisten quält.
Der Jugend Leichtsinn, ich gestehe
Es schamroth, hatte mich bis zu der Zeit bethört.
Da mich ein Mann, der Sie als seine Göttin ehrt,
Zum stillen Uebergang ins Heiligthum der Ehe —
Es geht ins zehnte Jahr — bekehrt.
Wie viel verdank' ich ihm! Er bracht' aus dem GetümmelDes Hofes mich zurück aufs Land,
Und so ward ich, geführt von seiner Hand,
Des Pastors Hausfrau — Gott im HimmelVergelt' es ihm einmal in seinem Ehestand!
Dort lebt' ich nun in meinem frommen stillen
Beruf — zwar kinderlos — und dennoch gern dem Willen
Des besten Mannes Unterthan;
Doch dieser liebe beste Mann
Starb, eh' ich mich's versah, vor etwa vierzehn Tagen,Und hinterließ mir nichts in dieser Aeitlichkeit