109
Ich bin ein deutscher Herr, der in der NachbarschaftAuf seinen Gütern lebt; doch misch' ich mich zuweilenGern in die Medicin, und kann so meisterhaft,
Als Dimsdal nimmermehr, ein hübsches Mädchen heilen.In meinem Umgang schon steckt die verborgne Kraft,
Die Krankheit Andern mitzutheilen.
Es ist ja überhaupt der Blattern Eigenschaft!
Eins steckt das Andre an ... doch gnug, jetzt muß ich eilenSie werden das schon mit der Zeit verstehn.
Sie leben wohl, auf baldig Wiedersehn! —
Hiermit entriß er sich des Fräuleins Schmeicheleien,Schwang sich auf's Pferd und zog den Hut...
Da hielt es noch die alte Fee für gutIhm diese Warnung nachzuschreien:
Der Himmel segne Sie für Ihre Gütigkeit,
Mein junger Herr, auf viele Jahre!
Nur sorgen Sie, daß vor der Zeit
Des Fräuleins Vater nichts von Ihrer Kur erfahre;
Das ist ein Mann, der für die schönste Haut
Nicht einen Groschen gibt, und (daß Sie Gott bewahre!)
Dem bösen Feinde mehr, als einem Arzte traut.