Band 
[Siebenter und achter Band.]
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Probepredigt ausgearbeitet. Sie wurde, bevor sie auswendiggelerut war, unglücklicherweise von einem Raben, der Tbüm-mcln und seinen Geschwistern als Spielzeug diente, in tausendStucke zerrissen. Der gute Candidat war zu beschränkt, alsdaß er in der kurzen Frist das mühsame Werk hätte wieder-herstellen können; da half ihm der junge Moritz aus derVerlegenheit; er verfertigte schnell eine Predigt, die dergeängstigte Lehrer hielt und womit er die Pfarre errang. Eswar dieß wohl Thümmels erste Arbeit.

Im Jahr 1754 kam Thümmei auf die Schule zu Roß-leben in Thüringen. Er widmete sich hier mit Fleiß undErfolg den Wissenschaften; die Lehrer gewannen ihn und erdie Lehrer lieb. Hier besang er 1755 den Geburtstag seinerMutter; diese imd in den folgenden Jahren bei ähnlichenAnlässen gedichteten Verse bewahrte er sehr sorgfältig auf; indie Sammlung seiner Gedichte ist aber nichts davon über-gegangen. — Im Jahr 1756 bezog er unter dem Waffen-lärme des siebenjährigen Kriegs die Universität Leipzig undwurde von Gottsched immatrikulirt. Er sollte Rechts-wissenschaft studiren, aber bei seinem Hange zu den schönenWissenschaften wurde bald Geliert sein Hanptlchrer. Vol-taire war schon damals sein Lieblingsschriftsteller, und mitZittern bot er einst in einer Versteigerung auf die Werkedesselben, fürchtend, der Preis möchte die Kräfte seiner Kasseübersteigen. Vvm glücklichsten Einfluß auf seine Bildungwaren die Freundschaftsbande,, die er in Leipzig besonders