Band 
[Siebenter und achter Band.]
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gemalt. Wie schon oben bemerkt, zeigen seine während derReise geschriebenen vertrauten Briefe an zahlreichen Stellenden Stoff, den er endlich so unnachahmlich poetisch verarbeitet,und sehr oft sind eigene Begebenheiten in das große Sitten-gemälde verflochten.

Der Anfall, den Lhümmel in einem seiner Gedichte soschon besungen, scheint auch auf die Entstehung seines Haupt-werkes, der Reise in das mittägliche Frankreich, vongroßem Einfluß gewesen zu seyn. Er hatte durch den Krieg sehrbedeutende Verluste erlitten, dazu kamen traurige Familien-eretgnisse; seine Stimmung litt durch dieses Alles sehr, under griff zur poetischen Thätigkeit, wie nach einem Heilmittel.Auf seinem Landgute Sonnenborn besonders überließ er sichwieder dem Spiele der Phantasie und schrieb mit oft jahre-langen Unterbrechungen jene berühmte Reise, eines der origi-nellsten, geistreichsten Werke unserer Literatur.

Der erste Band erschien im Jahre 1791 bei Göschen inLeipzig, der zehnte und letzte 1805; das Werk wurde alsoim dreiundfünfzigsten Jahre des Dichters begonnen und inseinem siebennndsechzigsten vollendet. Auch dieß ist eine lite-rarische Merkwürdigkeit, und die Zeitgenossen, welche dieübersprudelnde Geisteslebendigkeit und die unendliche Fülleder Phantasie in diesem Werke entzückte, hatten nicht Unrecht,wenn die Einen den Dichter für viel jünger hielten, währendAndere, denen Thümmels Alter bekannt war, nimmermehrglauben wollten, daß er der Verfasser sey. Tbümmel wollte