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8 (1842) Achter Band. Roggen-Steinröschen / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Schwad Schwämme.

eine Bremer Mark und 360 einen Reichsthaler. Ein Schwaar hat einen !Werth von Pf. preuß. oder A Pf. Conv. I>) In Oldenburg rechnetman ebenfalls 5 Schwaar auf einen Groot und 360 auf einen Reichs-thaler. Ein Schwaar hat einen Werth in Cassengelde von Pf. preuß.oder 1 Pf. Conv.; in grobem Cour. von Pf- preuß. oder A Conv.;in kleinem Cour. von HK Pf. preuß. oder H Pf. Conv.

Schwad, Zeile, heißt die Reihe von Getreide, Gras, Klee u. s. w.,welche von dem Mäher beim Abhauen hingestreckt worden ist. Schwad imForstwesen ist eine in gerader Richtung beim Abhauen hingelegte Reihe Rei-stgholz.

Schwaden, 1) so viel als Mannaschwingel, s. Schwingel. 2)Gewisse Luft- oder Gasarten, welche oft beim Bergbau in den Erzgängenhervortreten, sich am Lichte entzünden, und dadurch für die Arbeitertödtlich werden. 3) Auch der Schwanz des Hirsches von den Jägern genannt.

Schwämme, Pilze, gehören unter die Gewächse mit unkenntli-chen, nicht leicht in die Augen fallenden Befruchtungswerkzeugen. DerSchwämme sind eine große Anzahl, ihrer sind von den Naturforschern bisjetzt anderthalb Tausend benannt und beschrieben, und rücksichtlich ihrer Ge-stalt in viele Unterabthcilungen gebracht worden. Der Schwamm, Pilz(Idui>AU8), hat folgende Theile: Stengel und Wurzel des Schwanimes '

nennt man Strunk, und strunklvs, wo er fehlt. Am Grunde des

Strunks befindet sich der Wulst, welcher eigentlich die allgemeine Hülle desSchwammes vorstellt, gewöhnlich verschwindet er bald oder fehlt; so auchder Ring oder Kragen, welcher bei mehrern die Mitte des Strunks um-kreist. Wagerccht auf dem Stengel steht der Hut, der verschiedentlich ge- s

staltet ist, flach, gewölbt, kugelförmig, auf der untern Seite ausgehöhlt

und hier hat er entweder Blätter oder Löcher, in welchen die Keimkörnerliegen, welche ganze Familie die Blätterpilze begreift, zu welcher die ei-gentlichen giftigen Schwämme gehören; oder die Unterseite ist glatt, röh-rig und stachelig. Viele Schwämme haben keinen Hut und ihrer Gestaltnach hat man sie unter die Abtheilungen der gitterförmigen,'kreiselförmigen,becherförmigen u. s. w. gebracht. Schwämme verändern sich während ihreskurzen Lebens außerordentlich schnell; Gestalt und Farbe ist oft in wenigenStunden eine ganz andere. Der anfangs kugelförmige Hut wird bald teller-artig, schlägt dann seinen Saum aufwärts und erscheint nun in ganz entge-gengesetzter Gestalt; er geräth in Gährung, bekommt ein schmuziges, fauligesAnsehen, löst sich in Gallerte auf und zerfließt gleichsam; von einem niedlichgebauten, zu Hause hingestellten Pilze findet man oft nach ein paar Stun-den nichts mehr, als eine schwarze Beize; andere schrumpfen in ein? harte,schwarze Masse ein. Schwämme, die in der Jugend eßbar sind, werden imAlter oft giftig, daher auch die guten Sorten zeitig eingesammelt werdenmüssen; selbst ein verschiedener Standort kann dem guten Pilze tödtlicheEigenschaften mittheilen. Die Unterscheidung giftiger von eßbarenSchwämmen ist natürlich wichtig. Mehrere Schwämme'werden häufig mitUnrecht für giftig gehalten, so die Stäublingc und Boviste, die doch nachganz sichern Erfahrungen, so lange sie inwendig rein weiß sind, durchausunschädlich und roh wie zubereitet genießbar sind; desgleichen mehrere Milck-schwämme (d. h. Schwämme, die einen Milchsaft enthalten), die zwar roheinen schädlichen scharfen Saft enthalten, dessen Schärfe und Nachtheil aberdurch die Hitze der Zubereitung ganz verloren geht. Indeß giebt es auch