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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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neu, es komme ja nur auf den guten Willen derLeute an. Aber dieser gute Wille wollte sich nir-gends finden, und nun Mußte ich schon mit Tages-anbruch Audienzen ertheilen, ich sollte bestimmte Ant-worten geben über verfängliche Fragen, oder Klagenanhören, denen ich mit aller meiner Allmacht nicht ab-helfen konnte; unaufhörlich dann die ignorante Frech-heit der neuen Kinder der Freyheit oder den höflichenIngrimm der alten mit Glcichmuth ertragen; ich mußtemit meinen Collegen zu Rathe sitzen, heute unsre kos-mopolitische Weisheit bewundern, und morgen mitBefremden erfahren, daß sie nirgends praktisch passenwolle; ich bekam öffentliche Zuschriften die mit vielenWorten nichts, und geheime Briefe die mit wenigWorten nur zu viel sagten; ich mußte ein halb Duz-zcnd unerfahrne Minister und lahme Sckretaire be-schäftigen ; und wenn ich endlich einen Augenblick Zeitzu haben glaube, an Weib und Kinder zu Hause zudenken, so kommen stolze französische Generale undunverschämte Commissa-re. — O weh! wie froh binich, daß es ein Traum war, und ich den Directorial-Pallast wieder mit dem Gasthofe vertauschen kann!

Gerne hätte ich Ihnen noch etwas von demsichtbaren Gedeihen und der wesentlichen Verschöne-rung der Stadt Ar au geschrieben, die nun, seitdemsie die Hauptstadt eines Cantons geworden ist, begrün-detere Fortschritte zu machen scheint, als da sie dieHauptstadt von ganz Hclvcticn war, und die neuen