Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
36
JPEG-Download
 

36

keine Engländer in die Schweiz kommen, wenn wirschon keinen Krieg mit ihnen haben, ungeachtet nurwenige reifende Russen es wagen, sich hier sehen zulassen, wenn sie auch noch so unschuldig an dem Miß-verständnisse zwischen ihrem und dem französischen Kaiser sind, so kommen gleichwohl täglich so vieleFremde hier an, daß die sechs Wägelchen, die zu ha-ben sind, oft nicht für alle hinreichen. Ich will alsodie Zeit dazu nützen, Ihnen, nicht ein Gemählde derherrlichen Gegend, die muß man mit eignen Augenfassen, sondern nur einige zufällige Umrisse dessen, waswir in dem schönen Lande, das Sie künftiges Jahrbesuchen wollen, erfahren haben, mitzutheilen, es sollIhnen Muth machen, den Vorsatz nicht aufzugeben.Schlagen Sie darüber inzwischen selbst nach, abernicht zu viel, und nicht zu tief; zu wissenschaftlichemZwecke ist das Nachschlagen allerdings gut und un-entbehrlich, wer aber auf Reisen bloß seinen Sinndurch das Anschauen schöner Naturgegenstände erhei-tern will, soll nicht zu vorwitzig nach solchen Gegen-ständen forschen, um dadurch seine eigne Ansicht nichtzu verlieren, und sie in ein blos modisches sentimen-tales Wissen zu verwandeln, noch durch die Erinne-rung an das viele Detail und an die Art, wie sichder Neisebeschreiber dabey benommen, die unmittelbareAnsprache des großen Anblicks an das Gemüth zustören. Zudem erweckt es nicht nur Unlust und Miß-trauen, sondern auch Kälte gegen das Beßre, wenn