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VI.
Unters.cn, den 10. August.
Vorgestern bestiegen wir, das ist, unsre Reisege-fährten mit uns, des Morgens bei guter Zeit einFuhrwerk, das mit zwei Gäulen bespannt war, welchezu unserm großen Trost eher die Besorgniß erregten,sie möchten uns nicht fortbringen, als daß sie Mit unsdurchgingen. Man hatte uns gerathen, zuerst dasLauterbrtinnenthal und seinen berühmten Staubbachzu sehen, und dann in Grindelwald zu übernachten,da uns verschiedene Umstände hinderten, über dieScheidecke zu gehen.
Bis an die Lütschenen geht der Weg ordentlichfort; aber dann wird er wild, und führt über gcfähr,liche Stege und Klippen hin, wo der Fuhrmann im-mer neben den Pferden hergehen muß, damit sie nichtin den schäumenden Strom hinabstrauchcln; die Thieresind aber gewöhnt und sicher. Je tiefer man nachLauterbrunnen hineinkommt, desto steiler und selt-samer geformt werden die Felsen, und häufiger diestürzenden Bache, bis man endlich das fröhliche Berg-thal selbst erreicht mit seinen zerstreuten Hütten, schim-mernden Wiesen und unerschöpflichen Wasserfällen,die wie lautere Brunnen von den Höhen hinabsteigenund dem Lande den Namen geben. Wir sahen denStaubbach schon in geraumer Entfernung, und ausder Ferne schon gefiel uns das sanfte Hcruntergleiten