Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
63
JPEG-Download
 

langt derbe Weise ohne künstlichen Geschmack. Es istlo etwas ehrliches und fließendes in diesen Melodien,'hk Zusammenklang -so ungekünstelt, und jede Stimmehat so einen unverworrenen bestimmten Spielraum,daß sie dem Ungebildeten wie von selbst ins Ohr undGedächtniß fallt; selbst in ihren Läufen und Cadenzcn,Worüber man jetzt lacht, herrscht gerade der muntereSchwung, das fugenartigc Steigen und Fallen derTöne, welches den Sinn des Volks trift. Es sollaber auch, wie mich Kunstverständige versichern, sehrseine und rührende und echter Empfindung rein cut-chwllene Gesänge darunter geben. — Das ist nunober bald alles verschollen, weil in der Musik immereine Mode der andern Platz machen muß; 'kaum wirdober eine neue so lange halten. Und eben die Sel-tenheit dieser Gesänge, die ich in der Jugend so oftbnd gerne, und jetzt wieder so unerwartet hier von^sichtbaren Stimmen horte, hat mich zu diesenBemerkungen verleitet, welche ich freylich Ihnen,tcher Jüngcrin neuerer Kunst, nicht hätte mittheilen

solle«.

Wo Wirthshäuser sind, und wären sie im Para-öwse, da ist auch Langeweile und müßiges Warten,^onst jfl dieser Gasthof groß, geräumig und gut be-tont; man sieht daß viele Fremde hieher kommen,'wd das gab uns auch der Wirth zu verstehen, denn^ die Gesellschaft in einem obern Zimmer speisenZollte, um dem Tabacksrauch der Wirthstube zu ent«