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dem Gasthofe gegenüber gesetzt hatten ; ich weiß nicht,ist es so ihre Gewohnheit, oder thun sie es den Frcm-den zu lieb. Sie sangen meistens Schmidlische Cho-rallieder, die in der rcsormirten Schweiz besondersaber in den bergigen Ländern, wo sich mehr Musikoder wenigstens mehr Zeit dazu findet als in den tie-fern Gegenden, ehemahls allgemein (jetzt nur noch hieund dort) zu hören waren. Ihr Gesang war reinund sanft, und ohne Geschrey; aber sie sangen vier-stimmig, und wo wollen Mädchen den Baß herneh-men? Gerne hätten aus frommem Trieb einige vonunsrer Gesellschaft jene Lücken ausgefüllt, wenn sie ge-konnt hätten; doch zuweilen that es ein einheimischerSänger. Diese Choralmclodicn waren einst ein un-schätzbares Geschenk, das der ehrliche, fromme, ganzin geistlicher Musik lebende Pfarrer Schmidli seinemVaterlands gemacht hat, wofür sein Andenken höhereEhre verdient, als der Name manches hochgcpriesencnpolitischen Evergeten. Sie haben fast ein halbes Jahr-hundert gedauert, und sind in alle Dörfer eingedrun-gen, haben die kleinen Hausorgcln wieder beliebt ge-macht und so manchen Abend und manchen stillenSonntag dem schlichten Volke sinnvolle Beschäftigungverschafft, und das von der Arbeit des Tages und denSorgen der Zeit niedergedrückte Gemüth in glücklicherePhantasien erhoben. Was die Seele reiner stimmt,erleichtert der Tugend den Zutritt. Es mögen roheTöne seyn, aber das Volk ist auch nicht fein, und ver-