Buch 
4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
Entstehung
Seite
73
JPEG-Download
 

73

und siehe, da führte ein schadenfroher Dämon, dieDiode, welche sie kaum abgelegt hatten, in die Kreisedes vornehmen Lebens ein, nannte sie griechisch undMachte sie bald allgemein; und wer nun mit diesemgriechischen Gefühle zu den armen Haslerinnen kam.Machte ihnen rührende-Vorwürfe, daß -sie ihre alte ge-schmackvolle Tracht abgelegt hatten.

Die vielen Eigenheiten, so die Bewyhner diesesThales in ihrer Natur, Sprache und Kleidung haben.Macht manche glauben, sie seyen von andrer Abkunftals ihre Nachbatn, worin sie durch eine alte Tradi,üon bestärkt werden, die sich immer noch forterbt,nach welcher sie von ausgewanderten Schweden ab-stammen sollen; welches sie auch so sicher annehmen,daß viele noch jetzt behaupten, sie sprächen schwedisch ;indessen können sie weder Zeit noch umstände mehrdon diesem Ursprung angeben, auch sollen in ihre«Sprache gar keine besondern schwedischen Wörter vor-kommen. Stammen sie woher sie wollen, sie find eineigner, schöner und seiner Schlag, ein freyes, zufrie-denes und glückliches Volk, das sich vor hundert an-^rn auszeichnet, und welches niemand sobald verges-sn wird, der es an einem schönen Sonntage Mor-gens bxy der Kirche versammelt gesehen hat.

Nachmittags fuhr die ganze Muntere Gesellschaftnuf Tracht zurück, wo wir nur so lange bleibenMollten, bis ein Schiff gemiethet wäre, das uns nachHause brächte. Allein als wir nun einmahl bey dem