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4 (1828) Briefe aus dem bernerischen Oberlande : ; Tagebuch einer Reise nach München ; Berg-, Land- und Seereise / Ulrich Hegner
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wo die Natur sich so erhaben ausspricht, muß dasihr nachhinkende Kunstwerk klein scheine». Baumeallein sind es, die einer an sich schon reizenden Ger! gcnd zur Zierde können angebracht werden; hoheBäume, unter deren Gewölbe einzelne Theile derLandschaft wie immerwechselnde Gemälde hervorschei-nen, und deren runde Wipfel auch aus der Fernejede Lage verschönern.

An heitern Sonntagabenden lassen sich Städteund Leute am. vorthcilhaftesten sehen. Die Gassen! sind reinlicher, das Getümmel kleiner, und die Men-

! sehen ruhiger; sie tragen auf ihren Mienen weniger

die Ängstlichkeit des Erwerbs, die Leidenschaftlichkeitdes Verkehrs; selbst die Armuth zeigt sich Sonntagsim bessern Kleide, und theilt wenigstens heute die Ar-beitslast mit dem reichen Müsstggänger. Heil demTage, der die Leute froher und besser zeigt, als siegewöhnlich scheinen; denn den Verfall von Unsersglei,chen zu sehen, ist doch das tiefste der Leiden I

Zufrieden mit dem was wir gesehen, und heutegelebt halten, beschlossen wir unser Tagwerk, erschöpftvon dem Herabsteigen vom Berge und der Schlaflo-sigkeit der vorigen Nacht, mit dem Bedürfniß nachRuhe. — Schon war ich eingeschlafen, als michein lächerlicher Vorfall wieder aufweckte: Ich hörteein lautes Getümmel, das aus der Nähe des Gastho-fcs kam; es tönte wie lautes Lachen und pöbelhaftes