Dem Andenken
Alexanders von Humboldt.
D ir, unsterblicher Mann! der Du uns gelehrthast, die Natur in ihrer Gesammtheit aufzufassenund die Erhebung des Gemüthes, die uns bei demErkennen ihrer wunderbaren Gesetze ergreift, alsden Drang des Geistes zu deuten, der dem Lichteder Erkenntniss zustrebt, um uns näher zu bringendem ewigen unerforschlichen Urquell der Wahrheit,dem Vater aller Wesen und dem Schöpfer allerDinge! Dir widme ich dieses Schriftchen, als einenVersuch, ob es meinen schwachen Kräften gelingenwerde, ein Sternchen herbeizutragen zu dem gross-artigen Bau vernünftiger Naturanschauung, zu demDu den Grund gelegt!
Wenn auch Deine leibliche Gestalt nicht mehrunter uns weilt, Dein Wirken und Schaffen ist unsgeblieben, und die Klarheit Deines Geistes leuchtetuns vor, durch die Finsterniss deä 1 Unverstandes hin-auf zu den Höhen der Wahrheit!
Intolerante Eiferer haben Deine Bestattung ge-stört und Deine Religiosität angegriffen, aber DeineAuffassung des Evangeliums verhält sich zu derLehre unduldsamer Priester, wie der hohe weite'Himmelsdom zu dem niedrigen, engen Gewölbe derKirchen!
Niedere Menschen haben sogar Deinen Cha-rakter zu verunglimpfen gesucht, aber das Gold der