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§. 1, Breitengvadmessungcn.
Carlini; in Baden Nicolai zeitweise herangezogen, und inPreussen die Gradmessung in Ostpreussen Bessel übertra-gen, der in Folge dieser praktischen Arbeit die GaussischenLehren theils erweiterte, theils in einer ihm eigenthümlichenWeise behandelte und in voller Allgemeinheit auf die Ver-messungen anwendbar machte, wodurch er der Geodäsieeine neue vollkommnere Gestalt gab.
ln Sardinien und Schweden triangulirten ebenfalls dieGeneralstäbe, es betheiligten sich aber dort Plana, hierHansteen und Seiender zeitweise an den Arbeiten.
In Belgien wurde im Jahr 1849 unter General Neren-burger eine ganz neue Triangulation angefangen, die nachBessel’s Methode mit den vorzüglichsten Instrumenten aus-geführt wird.
Wir haben jetzt noch der Theilnahme Russlands anden Operationen zur Bestimmung der Grösse und Figurder Erde zu gedenkeu.
Die erste Idee zu einer Gradmessung in Russlandstammt aus der Zeit, wo die grossen französischen Expe-ditionen nach Peru und Lappland entsendet wurden, undgehört De l’Isle an, der damals erster Astronom der Pe-tersburger Akademie war. Nachdem 1737 sein Vorschlagzu einer Gradmessung von der Kaiserin Anna genehmigtworden war, maass er noch in demselben Jahre eine Grund-linie auf dem Eise zwischen Kronstadt und Peterhof undverband dieselbe 1739 durch Dreiecke mit einigen benach-barten Punkten. Damit hatte aber seine Operation einEnde, über die er nie etwas veröffentlicht hat, so dass dieGründe, warum sie aufgegeben wurde, unbekannt geblie-ben sind.
Seit dem war in Russland nichts mehr geschehen unddie jetzige grosse Gradmessung, nebst den damit in Ver-bindung stehenden ausgedehnten Triangulationen, datirenerst nach dem Befreiungskriege und verdanken ihre Ent-stehung zwei berühmt gewordenen Namen, Tenner und