98 §• 11« Vorarbeiten. — Ausgleichung der Dreiecksketten. —
Es ist nicht die Meinung, dass diese Formation derPolygone als feststehend angesehen werden soll; sie wirdhier nur beispielsweise angeführt. Es dürfte aber zweck-dienlich sein, eine solche Feststellung vorher zu vereinba-ren, und darnach die Berechnung der Polar-Coordinatenanzuordnen. Gleichzeitig bemerke ich auch, in Betreff derSternwarten, dass ich mich lediglich an das Encke’scheJahrbuch gehalten und nur die darin verzeichueten aufge-nommen habe; sollten aber noch mehr, wie z. B. Tübingen,Basel u. s. w., benutzt werden können, so würde das wün-schenswerth sein.
In den grossen splniroidischen Polygonen, die wie obenformirt wurden, sind alle Winkel und Entfernungen be-kannt; sie enthalten also eine beträchtliche Anzahl vonüberzähligen Bestimmungsstücken und müssen nach derMethode der kleinsten Quadrate behandelt und ausgeglichenwerden. Die Bessel’sche Auflösung der sphäroidischenDreiecke liefert die theoretischen Mittel dazu.
4. Astronomische Bestimmungen.
Wenn die Gradmessung zuverlässige Resultate liefernsoll, so müssen selbstverständlich die astronomischen Be-stimmungen die grösstmögliche Sicherheit haben. Wodaher die Polhöhen- oder Azimuthalbestimmungen noch ausfrüheren Zeiten herrühren, würde ihre Wiederholung höchstwünschenswerth sein. Sternwarten, welche etwa nicht imBesitz geeigneter Instrumente wären, können leicht zu die-sem Zweck leihweise damit versehen werden, was um soleichter angeht, als die transportabelen Instrumente wenig-stens in Bezug auf die Azimuthe in ihren Leistungen dengrossen nicht transportabelen nur wenig nachstehen. (SieheW. Struve in: Die Verbindungen der preussisclien und rus-sischen Dreiecksketten. Berlin 1857. Seite 432.)
Die direkte Bestimmung der Zeitunterschiede, vermit-telst des elektrischen Telegraphen, erscheint nur zwischen