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Schluss.
erfassen und zu erkennen. Seit dieser Zeit schloss sich diestrenge Wissenschaft den Gradmessungen an, und dieseWechselwirkung hatte für beide die erfreulichsten Fort-schritte zur Folge. Das Interesse stieg mit dem Erfolg,und wurde bald so allgemein, dass sich mit dem 19tenJahrhundert beinahe fast alle europäische Staaten daranbetheiligten, unter denen nun vorzugsweise England undRussland die grossartigsten Leistungen aufzuweisen haben.
Alle diese Kräfte und Mittel waren lediglich auf dieBestimmung der allgemeinen Figur und Grösse der Erdegerichtet, und nach zweihundertjährigen ununterbrochenenAnstrengungen ist es denn endlich gelungen, eine befrie-digende Lösung der Aufgabe herbeizuführen, indem dieUntersuchungen von Bessel und Airy die Dimensionen derErde mit einer Uebereinstimmung ergeben haben, die nichtsmehr zu wünschen übrig lässt.
Damit ist zwar die allgemeine Aufgabe gelöst, alleines geht hier wie bei jedem Studium der Natur: jederSchritt vorwärts eröffnet ein immer weiteres Feld der For-schung. Die Natur birgt in ihrem geheimnissvollen Schoosseeine ewig unerschöpfliche Quelle von Mitteln, die sich derMensch mit ganz demselben Rechte nutzbar machen kann,mit dem er ihr die gewöhnlichen Nahrungsmittel entnimmt;sie liegen aber nicht so auf der Hand wie diese, und wer-den ihm erst durch bedeutende Mühe und Arbeit, durchlangjähriges Studium zugänglich; er hat aber dabei dendoppelten Gewinn, einmal seine Erkenntniss der Naturge-setze, also seine Intelligenz zu vermehren, und dann durchdie Entdeckung neuer Hülfsmittel viele Bedürfnisse besserzu befriedigen und den allgemeinen W r ohlstand zu erhöhen.Wie unbedeutend ist bis jetzt unser Vordringen in der Er-forschung der Natur, und welche reichen Hülfsmittel ver-danken wir nicht diesen Anstrengungen! ich nenne nur:Nautik, Dampfmaschinen, Gaslicht, Eisenbahnen, Telegra-phen u. s. w. u. s. w.