Schluss.
109
Daran können wir abnehmen, welch’ immense Schätzenoch ihrer Hebung durch die Wissenschaft harren!
Diese Thatsachen sind so handgreiflich und so klarwie der helle lichte Tag, und doch hat das Studium derNatur seine Feinde! Aber sind nicht diese Anfeindungeneine Versündigung gegen Gott, der dem Menschen die Na-tur zur Benutzung gegeben; sind sie nicht schnöder Undankgegen die Träger und Förderer der Wissenschaft? — Istdoch die Wissenschaft noch das einzige gemeinsame Bandder gesammten Christenheit, die bereits durch die Politikund durch die Kirche in viele Theile und Theilchen ge-spalten und zersplittert worden ist! Wollen wir diesenletzten Zusammenhang auch noch zerreissen? oder wollenwir nach Kräften daran arbeiten, ihn in Politik und Kirche,wenn es möglich ist, so herzustellen, wie er in der Wissen-schaft, Gott sei Dank! noch besteht? Ich glaube nicht,dass die Wahl zweifelhaft sein kann.
Lassen wir uns also nicht beirren in dem unausgesetz-ten Studium der Natur und der kräftigsten Förderung derWissenschaft; sie sind der Compass, der uns an den Klippender steigenden Civilisation, an denen so viele Keiche ge-scheitert sind, glücklich vorüberbringen kann; sie schützendurch das geistige Interesse, das sie einflössen, und durch dieAnstrengungen, die sie verlangen, gegen Verweichlichung,Egoismus, Entsittlichung und alle die gemeinen Leiden-schaften, welche den Zersetzungsprocess früherer Cultur-stufen herbeigeführt haben; sie schaffen Befriedigungsmittelfür die Bedürfnisse der immer steigenden Bevölkerung; siefügen der physischen Kraft den mächtigen Faktor der In-telligenz hinzu, der in grossen Kämpfen stets den Ansschlagzum Siege gegeben hat; sie mahnen als Gemeingut allerMenschen immerfort an die Einigkeit, an ein gemeinsameschristliches Ziel in Politik und Kirche.
Halten wir daher fest an der Wissenschaft und dem