28
Der König und sein Narr.
Ein König, Namens Woldemar,
Der von der Windsucht, die ihn plagte)
Ost ganze Nächte schlaflos war,
Verirrte sich, indem er jagte.
Sein Narr und Freund (es ist nicht rar,Erzämtcr so vereint zu sehen)
Verließ ihn nicht in der Gefahr.
Er gab durch die verwachs'nen HöhenIhm brüderlich die rechte Hand,
Und so erreichten sie den RandWon einem silberblauen Leiche,
An dem im Schatten einer EicheEin sorgenfreier Schäfer schlief.
Der Fürst blieb stehn; die Mißgunst nagteAn seiner Leber; knirschend riefEr aus: „Nur ich bin der GeplagteIm Reicht Mein Weib, selbst meinen AffenGäb' ich, könnt' ich nur eine NachtMir dieses Bengels Ruh' verschaffen;
Warum schlaff ich denn nicht?" — „Das macht,Du schläfst zu viel auf deinem Throne,"
Versetzt der Favorit und lacht.
Der König lachte nicht. Zum LohneFür den beichtväterlichen ScherzStieß er ergrimmt dem armen SklavenDen blanken Jagdspieß durch das Herz —
Und konnte doch nicht besser schlafen.