2 »
Der Spieler und der Bettler
Ein Spieler, der zehntausend GuldenMit Paroliren durchgebracht,
Und auf sein Ehrenwort noch SchuldenFür mehr, als er besaß, gemacht,
Schlich mit Gesang, wie ein Franzose,
Der heimlich flucht, vom Kaffeehaus,
Und zog sein letztes Gut, die Dose,
Die Grillen zu zerstreun, heraus.
Da fleht um eine milde SteuerEin Greis ihn an. „Laß mich in Ruh,"Sprach er; „ich habe keinen Dreier.
Willst du Tabak? st greife zu."
„Es ist nicht nöth'g, daß ich niese,"Versetzt der Greis mit schlauem Spott;„Man sagt mir täglich ohne PriseNur allzuhäusig: „Helf' dir Gott!"
>