Das Bildnis
Belinde war das schönste junge Weib;
Doch kein vollkommner Glied fand sich an ihrem Leib,
Als ihre Zunge. Welche Plage
Für ihren guten Mann! Doch war ihr Cleon lieb,
So gern er auch im TrinkgelageDer Grillen finstern Schwärm vertrieb.
Um unverhofft ihn zu erfreuen,
Ließ sie sich insgeheim von einer Meisterhand
In Lebensgröße conterfeien
Und hing das Bildniß an die Wand.
Nun kam der Mann nach Haus, und zwar vom Zechen rEr sah das Bild. — „Sie ist's vom Hute bis zum Schuh!Rief er, und hielt, aus Furcht, sie möchte sprechen,
Sich schnell die beiden Ohren zu.