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Der Priester Jupiters und feine Töchter.
Ein Priester Jupiters, der weiland EhegatteUnd itzt noch Vater war, der kein Canonicat,
Allein zwo hübsche Töchter hatte,
Ging als ein weiser Mann einst mit sich selbst zu Rath.
„Zwei Mädchen lassen sich nicht wie ein Gott bewachen;
Reich bin ich nicht; wohlan, den ersten braven Mann,"
Eo sprach er, „wenn er nur ein gutes Handwerk kann,
Will ich zu meinem Eidam machen."
Gesagt, gethan. Die älteste, Thais, nahm
Ein Gärtner sich zum Weib. Nach kurzer Zeit bekam
Ein Töpfer Lalagen, die zweite.
„Was machen." sprach in seinem Sinn
Der gute Vater einst, „wohl meine jungen Leute?
Ich muß doch sehn." Er ging zur Gärtnerin.
„Nun, guten Tag, mein Kind, wie geht's im neuen Stande?" —„Nach Wunsch," versetzte sie mit heiterm Muth;
„Wir sind gesund, mein Mann ist brav und gut;
Ich such' es auch zu seyn; der Eintracht süße BandeUmschlingen uns. So wird uns Zeitvertreib,
Was Andern Arbeit heißt; und kurz, im ganzen LandeLebt kein vergnügter Eheweib.
Auf unserm Garten ruht der Götter milder Segen;
Es fehlt uns nichts, als bloß ein warmer Regen
Für unsern Blumenkohl." — „Ist dieses alles?" — „La."
„Gut, gut," erwidert der Papa,
„Das Fest des Jupiters erscheint in wenig Tagen;
Ich will ihm ein paar Worte sagen.