Die Meise.
Nach abgelegtem MeisterstückeKam Thoms, ein junger Philosoph,
Auf seines Vaters MeierhofVon der Akademie zurücke.
Die Eitern huldigten dem Frack,
Darin der neue Bacon stock,
Und seiner englischen Perrücke.
Der Sennhof lag in einem Wald;
Es war im Herbst; die Luft war kalt^Der Alte hatte zum Vergnügen,
Und um der Mücken los zu seyn,
Zm Stäbchen eine Meise fliegen.
Kaum trat Magister Thoms hinein,
So sprach er: „Vater, alle WesenSind von Natur, laut meinen ThesenArtikel fünf, so frei als wir.
Wollt Ihr die Freiheit nicht verletzen,
So müßt Ihr dieses arme Thier
Nach Recht und Pflicht in Freiheit setzen."
„Ei, Sohn! es weilet gerne hier;
Auch wenn die Fenster offen stehen,Verlangt es nicht davon zu gehen;
Es scheint die mörderische BrütDer Sperber, Geier, Falken, Weyhen,
Die auf den Bäumen lauscht, zu scheuen.Und schmiegt sich unter meine Hut."
Pfeffel, poetische Werke. III.