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Die Bildnisse.
Ein Königssohn, den ich nicht nennen mag,
Betrat in seinem Lebenskreise
Das Alter der Vernunft. War er deßwegen weise?
Das eben nicht. Wo ist ein Frühlingstag,
Den nicht ein Wölkchen trübt? Der Vater gab dem PrinzenEin eignes Schloß mit hellen Zimmern ein;
Es mochten ihrer wohl so viele seyn,
Als in dem Königreich Provinzen.
Kein reicher Stoff, kein bunter Marmor warDie wechselnde Bekleidung ihrer Mauern;
In jeglichem Gemach hing eine Bilderschaar
Von Rittern, Geistlichen, Soldaten, Bürgern, Bauern;
Kurz, jeder Stand und jede Kunst der Welt,
Die ganze Menschheit war im Auszug vorgestellt,
Sogar die Bettler und Poeten.
Dem Prinzen war der Schmuck nicht reich genug;
Er war ein großer Freund von prächtigen Tapeten,
Und schüttelte den Kopf. „Mein Sohn, du bist nicht klug;O hüte dich, die Bilder zu verachten!"
Rief ihm sein Vater zu; „in dieser GallerieErscheint dein Volk in seinen Standestrachten.
Allein bemerkst du nicht des Schilderers Magie?
Du magst, wohin du willst, dich in den Zimmern drehen,
So wird doch stets auf dich der Bürger Auge sehen;
Ihr Späherblick verfolgt dich bis zum Sarg.
Auf diesem sitzt die Richterin Geschichte,
Und wer im Leben ihr sein Bild verbarg,
Dem reißt sie hier die Maske vom Gesichte."
Pftffel, poetische Werke. III.
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