III. Von den verſchiedenen Arten der Schleuſen. II
ihrer halben Brate gleich iſt, ſo, daß fuͤnf Oefnungen entſtehen. Dieſe wer—den durch Schuͤttbretter zugeſetzt, und uͤbrigens, wie bey der vorbeſchriebenenSchleuſe, verfahren.
Ob wohl nun letztere Art von Stauſchleuſen vor erſterer in verſchiedenemBetracht einigen Vorzug hat: ſo erfordern doch beyde einen ſehr großen und glei—chen Waſſervorrath, der nur in Fluͤſſen von einiger Groͤße anzutreffen iſt. Willman ſich aber mit dem, was kleine Baͤche und Quellen hergeben, begnuͤgen: ſokann die Schiffahrt nicht immer offen ſeyn, vielmehr wird man ſich genöthiget ſehen,Anordnungen zu treffen, die der Geſchwindigkeit der Fahrt ſehr nachtheilig ſind.
Eine andere Art Stauſchleuſen, deren man noch viele auf den Kanaͤlen inNordholland findet, und die groͤſtentheils von Holz erbauet ſind, werden durchein großes Schutzbrett oder Fallthuͤr geſchloſſen, die an Kloben und Tauen,welche oben uͤber eine liegende Welle gehen, haͤngt, und an deren Enden großeRaͤder mit Speichen befeſtiget ſind, wodurch ſie von Menſchen aufgezogen wird.Iſt dieſe Fallthuͤr von beſonderer Breite und Schwere, ſo iſt, ſtatt jener Raͤder,ein Tretrad angebracht. Sie ſind aber allen vorbeſchriebenen Fehlern gleich—falls unterworfen.
Die jetzt, bey der Schiffahrt auf Fluͤſſen und Kanaͤlen, durchgaͤngig ge-brauchten Kaſtenſchleuſen, ſind ohnſtreitig eine der herrlichſten Erfindungen.Sie ſind es, wodurch die Kunſt, ſchiffbare Kanaͤle uͤber hohe Berge fortzuleiten,ihre jetzige Vollkommenheit erreichet hat. Die beſte Eigenſchaft dieſer Schleu—ſen iſt, daß ſie von der ſonſtigen Waſſerverſchwendung kaum den zehnten Theilnoͤthig haben, und daß ein paar kleine Baͤche und Quellen hinreichen, eine be-ſtaͤndige und allezeit offene Fahrt zu unterhalten.
Man hat ſo wenig von der Zeit, in welcher, als von dem Orte und Lan-de, wo ſelbige zuerſt erfunden, genaue Nachricht. So viel ſtehet aber zu ver—muthen, daß ſolches in der letzten Haͤlfte des 16ten Jahrhunderts geſchehen ſey,
B 2 weil