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und zwar nicht ihrer Uebung allein, sondern auch ihrer Un-tersuchung, gewidmet; er las die größten Theologen allerZeiten; er verglich ihre Lehren mit den heiligen Quellen;untersuchte und prüfte ihre Glaubwürdigkeit, und waffnetesich gegen ernsthafte Zweifel. Es ist wahr, er las die Spöt-tereien nicht, die, wenn man ihren Nachbetern glaubt, unserJahrhundert so aufgeklärt haben, und die man, wiewohlnicht im Ernst, die Stimme des andern Theils nennt. Siemögen den Thorheiten des Alters und den Wünschen derJugend schmeicheln, aber sie kommen der kalten Vernunftdeö Rechtschaffnen verächtlich vor. Wer nicht Einfälle, son-dern Gründe sucht, wer überzeugt, belehrt, nicht belustigtseyn will, bebt vor dem Frevel zurück, die Regierung Got-tes nach Schmähschriften zu beurtheilen.
So, durch hohe Betrachtungen aufgeheitert, ging Bern-stors mit Freuden an die Geschäfte seines Berufs, los alleBittschriften selbst und hielt ein eignes Tagbuch darüber;selten entfiel ihm ein wichtiger Umstand, zumal wenn er zumVortheil der Bittenden gereichte; selbst in gerichtlichen An-gelegenheiten nicht, die, gekleidet in ihre veraltete Tracht,dem Mann von Geschmack zuwider sind. Auch der Geringsteseufzte nicht nach Bescheid: Hilfsbedürftige aus allen Stän-den wurden oft durch eigenhändige Schroben erfreut; Allewurden getröstet, wenn sie auch nicht Alle erhört werdenkonnten.
In den auswärtigen Geschäften überließ er >veMg derArbeit seiner Untergebenen. Er entwarf die wichtigsten Auf-sätze, las alle Berichte der Abgesandten selbst, und verlaugtekeine Auszüge, die zwar die Mühe des Lesens erleichtern,aber auch den Sinn der Berichte entstellen. Er schrieb ausder Fülle seines Geistes und Herzens; Gedanken und Aus-druck strömten ihm zu. Er verstand es, in einem gefälligen