Band 
Einundzwanzigster Band. Erster Theil.
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Ton durchdringend an den Verstand zu reden, überwiegendeinzunehmen, alle Gegenstände so zu ordnen, daß sie sichunter einander gemeinschaftlich hoben, und baß kein triftigerUmstand in Schatten zurück wich. Er wußte die Aufmerk-samkeit bei verwickelten Sachen durch ein immer steigendesInteresse zu fesseln, immer den einzigen Ausdruck zu fin-den, der keine fremde Deutung zuließ, die in seinen Ge-schäften nicht gleichgültig war. Sein Styl war edel, ohnerednerischen Schmuck, leicht und fließend, ohne Trockenheit»er überredete und rührte, weil er mit aller Würde seinereignen Tngend die Gesinnungen wohlthätiger Könige ver-trug; denn immer bleiben Gerechtigkeit und Wahrheit dieeinzigen Quellen aller Ueberzeugung, und kein Sophist hatmit allem Schimmer des Witzes je im eigentlichen Verstandeine schlechte Sache vortrefflich vertheidigt. Es ist Schade,daß seine Arbeit unter die Geheimnisse der Politik gehört,daß sie der Bewunderung der Kenner entzogen bleibenmuß. Seine Jnstructionen an Gesandte seines Königs sindMeisterstücke der Staatskunst und des Vortrags. Der Mi-nister befand sich gleich mitten in dem Hof, an dem er zuleben bestimmt war; das Verhältniß dieses Hofes mit Dä-nemark, sein Gewicht auf andere Staaten, der Charakterder Nation, das System der Regierung, war unterrichtendund deutlich entfaltet, Minister, Günstlinge, Häupter mäch-tiger Parteien waren geschildert, ihr Vermögen im Handelwar berechnet. In den Ausdrücken, mit welchen Bernstorfdie Wünsche des KönigS empfahl, waren die Mittel sie zuerreichen enthalten, alle Einwürfe waren entkräftet, Grün-de mit Uebergewicht bewaffnet, jeder Schritt war so behut-sam vorgezeichnet, daß auch ein Neuling in der StaatS-kunst, mit einer solchen Karte versehen, sich kühn in dasLabyrinth der Politik wagen durfte, und aus dieser Schule