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Dritter Brief.
London, den ri. August.
Ein Bild von Garrick in irgend einer Echauspielscenekann einem andern in einem verschiedenen Charakter un»möglich sehr ähnlich seyn, weil sich diese Proteusseele jedesMal gleichsam mit einem neuen Körper bekleidet. Wer ihnals Lear, oder Richard gesehen hat, kennt den individuellenGarrick noch nicht. Hogarth's Richard, der so vortrefflichher, Geist seiner Rolle ausdrückt, sieht jedoch Garrick, auchauf dem Theater, nicht ähnlich. Im Hamlet von Zoffantfinde ich, außer dem Anstand, nicht eine Spur von ihm;aber besser ist er von eben dem Meister als Romeo ge-malt"), in dem Augenblick wie Julie erwacht. Rcynold'Sdichterisches Gemälde, wo Garrick zwischen der komischenund tragischen Muse, wie Herkules auf dem Scheidewege,steht, und sich, menschlicher als der Halbgott, zum Vor-theil des schalkhaften Mädchens entschließt, ist ein Meister-
-) Nicht gestochen; denn da« Kupfer ist mittelmäßig.