richtig sind, so sind doch ihre Umrisse, zumal an Händen undFüßen, nicht immer correct. Man findet ihr Colorit kaltund fremd, ihre Schatten eintönig, und über ihrer Carnatio»schwebt ein violetter Dust, dahingegen dringt die Farbe derGewänder allzu blendend vor, und ist nicht mit der Haltungdes ganzen Stücks vereinigt, auch versteht sie wenig Luft-pershectiv, kein Beiwerk, keine Landschaft, und überhauptkeine Gründe; aber alle diese Fehler hat sie durch Schön-heiten ausgewogen. Ihre Werke sind tiefen Sinnes, osiwntinctn suot; sie wählt, mit vieler Weisheit, eine leicht zufassende einfache Handlung, und den Augenblick vor derEntscheidung, wenn das Interesse durch die Ahnung gestei-gert wird, und die Einbildungskraft in einem weiten Spiel-raum schwärmt; ihre Formen sind voller Anmuth, ganz inder griechischen stillen Würde hingestellt; und in ihrenFrauenSgestalten ist eine eigene, unnachahmliche Weiblichkeit,so ein Ansichhalten und Hinschmachten, so ein rührendesErgeben, so ein Bewußtseyn der Geschlechtsabhängigkeit, diealle männliche Kenner einnimmt. Freilich geht von diesemCharakter auch etwa« in ihre Männer über; diese stehen sozüchtig und blöde, wie verkleidete Mädchen, da, und eS wirbihr nie gelingen, Helden oder Verbrecher zu malen.
Man weilt nachdenklich bei ihren Werken, und geräthunversehens in die sanfte elegische Laune der Künstlerin.
Jetzt wird ihr Name bekannter; man fängt an sie brit-tisch zu belohnen, kminent ist in diesem Lande ein ehrwür-diges fruchtbares Beiwort. Angelika ist zu bescheiden, sonstdarf ein eminent »rti»t in jeder großen üppigen Stadt un-gefähr mit seinem Liebhaber, wie eine eigensinnige Kokettemit dem ihrigen, umgeh»; er darf ihn plündern und miß-handeln, ohne einen Bruch zu besorgen, und kann so reich