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Freilich ist'S um nichts besser, auf die Autorität eines Ma-nifests, oder nach dem Text der Halsgerichtsordnuug zumorden» aber, wenn auch keine Heldentugend gezähmt wer-de» kann, so gelingt es uns vielleicht, ein veraltetes Gesetzverdächtig zu machen. Da es nicht in unsrer Macht steht,die Pest zu vertilgen: soll darum auch kein Fieber geheiltwerden? Die Erde ist mit Menschenopfern bedeckt, unddarum eben verlohnt es sich der Mühe, auch nur Einigeunsrer Brüder zu retten. Beccaria bestimmt den Fall tref-fend und deutlich, wenn es nothwendig wird, ein brandigesGlied vom gesunden Staatskörper zu trennen, nämlich wennder Verbrecher ein Friedensstörer ist, wenn sein Anhang Em-pörung unterhält, wenn sein Leben der Tod guter Bürgerwerden kann. In jedem andern Fall ist die Todesstrafeeine überflüssige Grausamkeit, weil die Erfahrung aller Län-der und Zeiten bestätigt, daß Verbrechen nicht durch gelindeStrafen vermehrt, und nicht durch strenge gemildert werden.Ist man darum in Marocco seines Eigenthums sicherer,weil man die Räuber mit Säbelhieben zerstückt, oder in Al-gier, wo man sie vom Thurm herabschleudert und mit eiser-nen Haken auffängt? Nirgends gibt es blutdürstigere Ue-belthäter als in Italien und Frankreich, wo man am mei-sten rädert und köpft; nirgends wird mehr auf der Land-straße geraubt, als in England, wo kein Räuber dem Gal-gen entrinnt; und nirgends reist man unbeleidigter als inDänemark und Holstein» wo man keine Diebe mehr hängt.Die Ursache liegt nicht allein im Klima, oder im eigenthüm-lichen Charakter der Nationen; denn die russische Kaiserinherrscht von Kamtschatka bis nach Astrakan, fast unter allenbewohnten Himmelsstrichen, und dennoch gelingt eS ihr, nachdem Beispiel ihrer Vorgängerin, Ordnung und Sicherheitohne Todesstrafe bei hundert ungebildeten Völkern zu erhal-