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selbst. Auch der Kindcrmord soll nicht mit dem Tode ge-straft werden, der so leicht, so allgemein, so voll durchteu-felter Bosheit, so ganz gegen alle Empfindungen der Naturist? — Eine junge Kindermördcrin redete ihre Richter fol-gender Gestalt an; „Ich rede nicht für mein Leben, denn ickbin geschändet, und ich umarme den Tod als meinen Freund.Ihr strafet mich nicht; ihr erlöset mich nun von einer Reiheunleidlicher Qualen. Ich war blühend und glücklich, vonallen Mädchen beneidet, von allen Jünglingen geliebt. O,verachtet mich nicht nach meinem Tode, ihr Ungefallenen!gedenket meiner, wenn ihr könnt, in der Stunde der Leiden-schaft, wenn das Herz hoch aufschwillt und die Zunge stam-melt, in der einsamen Laube, wenn ihr gegen den feurigenMann, den ihr liebt, keine Waffen als ohnmächtige Thränenfindet; rettet dann eure Unschuld, wenn euch ein Gott hilft!Ich reitete sie nicht, und nun war der Friede des Lebens da-hin. Wie sie nun auf mich herabsehen, meines Stolzes, mei-ner Schande spotten werden! wie ich nun ein langes Lebenhindurch für den Fehltritt Einer Minute büßen muß! Nunbin ich keiner Freundin, keines Mannes, nicht der Achtungmeiner Gespielinnen, nicht einer menschlichen Freude mehrwerth! Der ehrwürdige Name Mutter ist ein ewiger Schand-titel für mich. Ha, Richter, Alles das tobte in meiner Brustin der Stunde der Geburt. Kennt ihr den Zustand einesgebärenden, geschändeten Weibes? Wenn immer wachsendeMarter wüthet und hoffnungslose Verzweiflung zugleich, istdann Licht im Verstände? Handle ich frei auf der Folterder Natur und des Gewissens? O, lebtest du nicht, Pfanddes Unglücks! rief es tief aus der Seele. O Schöpfer,nimm es hin, dieses unschuldige Kind! Es entflieht denMühseligkeiten des Lebens, und rettet seine Mutter von der