Band 
Zweiundzwanzigster Band. Zweiter Theil.
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diente dem Könige, und ward von allen Parteien geschätzt.Doch gelangen ihm nicht alle seine Entwürfe; Freunde ver-ließen ihn oft, wenn er ihrer bedurfte; seine Vaterlandsliebeward nicht immer erkannt, oft zum Verbrechen gedeutet.Thörichte Anschläge wurden durch eigennützige Haufen zurPatriotenklugheit emporposaunt; Höflinge raubten den Lohnseiner Tugend; Feinde sammelten sich, und zwar der unver-söhnlichsten viele, solche nämlich, die ihn ohne gegebenenAnlaß beleidigt hatten. Das Alles marterte anfangs unddurchkältete endlich sein Herz; seine Empfindung erschlaffteund glitt nun zuweilen über Erscheinungen hin, die ihn sonstjnnigst erschüttert hätten. Er stieg von der feurigsten Men-schenliebe zur Gleichgültigkeit, und bis zur Menschenverach-tung herab. In dieser Verfassung legte er seine Ehrenäm-ter nieder, und philosophlrte in der Stille über Wahrheitund Glück und Tugend und den Werth der menschlichenDinge. Jedes Vergnügen wurde nun mit Scharfsinn bisaufs Gerippe von Eitelkeit und Tand analysirt, jeder Ge-genstand mit dem Mikroskop so lange verfolgt, bis sich irgend«in ekelhafter Bestandtheil entdeckte. Endlich erschien ihmdie Welt wie ein optisches Theater, wenn die Kerzen ver-löschen, und ein Strahl des Tages den papiernen Zauber er-leuchtet. Ha! rief er, und dich konnte dies Posstnspiel rei-zen? — Freiheit war ihm nun nichts mehr als ein leeresHuzzageschrei, das aus Sclavenhälfto erschallt, Tugend —«ine Dame für den Ij»I-mo,<,uö (denn er hatte sich selbstbei mancher guten Handlung das Geständniß eines schlechtenBeweggrundes abgetrotzt); Begierde nach Ruhm — dasSymptom einer Krankheit. Was, sagte er, sind alle diegroßen wichtigen Revolutionen der Staaten — der Mensch-heit — wenn man hinter dem Vorhang den Draht in derHand des Gauklers erblickt hat, der die Sultane leitet —