X. Uebrige alte und neue Kanaͤle in Deutſchland. 49Kayſer Karl IV, der ſeinen Sitz in Boͤhmen hatte, wollte in der zweytenHaͤlfte des 14ten Jahrhunderts, die Donau mit der Moldau, die ſchon bis Bud—weis fahrbar iſt, verbinden. Und es meldet der boͤhmiſche Geſchichtſchreiber,Dubravius, daß, nachdem Feldmeſſer hingeſandt worden, die die Gewaͤſſer,Groß- und Klein-Muͤhel und den Auſt ſowohl, als auch die Gegend durch welche,zwiſchen letztern Fluͤſſen, ein Vereinigungs-Kanal zu ziehen waͤre, unterſucht,und beſtimmet haͤtten, wie dieſe ſelbſt ſchiffbar zu machen ſtuͤnden; das Werkzwar angefangen, von denen Benachbarten aber verhindert worden ſey. Dasdamals in Boͤhmen ſehr maͤchtige Haus, Roſenberg, ſoll ſich erboten haben,die Ausfuͤhrung, gegen Verleihung des Fluß-Zolles, auf ſeine Koſten zu uͤberneh—men. Die Kennzeichen von dieſem angefangenen Werke ſollen noch nicht gaͤnz—lich verſchwunden ſeyn.
Im Jahre 1725, richtete Kayſer Karl VI, ſeine Sorgfalt auf die Durch—fahrt von Ungarn, nach dem ſogenannten dͤſterreichſchen Littorale, mittelſt derSau und Laubach. Dem General Schmettau wurde dieſes Geſchaͤft aufgetra—gen, der ſich denn auch mit einigen Ingenieurs zu Oberlaubach einſchifte, undalles bis Belgrad genau unterſuchte.
In des Herrn Buͤſchings woͤchentlichen Nachrichten von 1773, findetſich ein Schreiben von Wien, das hieher gehoͤret:
Die vielen Schiffbruͤche, welche ſich auf der Donau zutragen, haben denCommerz-Rath zu Wien, bewogen, auf die Sicherheit der Schiffahrt zu denken.Der Ingenieur-Major, Herr Paſſeggio, hat den Strudel und Wirbel unter—halb der, im Lande ob der Ens, belegenen Stadt Grein, unterſuchen muͤſſen.Von den fuͤnf verſchiedenen, von ihm uͤbergebenen Entwuͤrfen, wie die Fahrtſicher gemacht werden koͤnne, iſt derjenige angenommen, der auf die Sprengungder Felſen gehet. Um Michaelis letzt vorigen Jahrs, hat man angefangen dieſenEntwurf auszufuͤhren, und gehet dis Werk gut von ſtatten. Bey dieſer Ge—legenheit iſt von der umliegenden Gegend eine ſchoͤne Charte geſtochen worden.
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