54 Geeſchichte der inlaͤndiſchen Schiffahrt.
laden werden, welches denn oͤfters nicht geringe Koſten verurſachet. Die Ein—gebohrnen des Landes beſchweret dieſes nicht, weil ſie ſelten Sachen mit ſichfuͤhren, und ihre etwanigen kleinen Nothwendigkeiten in einem Beutel ſelbſt fort—tragen. Hingegen laͤßt ſich kein bequemeres, richtigeres und angenehmeres Rei—ſen, als auf dieſen Kanaͤlen, in den ſogenannten Treckſchuiten, gedenken. Manſitzet in ſelbigen, wie in einem Zimmer, frey von aller Gefahr, uͤberſieht mandie herrlichſten Ebenen, und faͤhret zwiſchen den ſchoͤnſten Gaͤrten durch, welchemit Landhaͤuſern prangen, deren Nahmens-Ende: Luſt und Ruh iſt, und diegewohnlich hart an der Fahrt liegen.
So wohl die Schuiten, als Schiffe und Fahrzeuge, werden auf dieſenKanaͤlen durch Pferde fortgezogen, die faſt beſtaͤndig traben, und gemeiniglich,jede Stunde eine deutſche Meile zuruͤcklegen.
Taͤglich gehen von jeder Stadt, zu feſtgeſetzten Stunden, eine oder mehreredieſer Schuiten, nachdem ihr Verkehr groß iſt, ab, und kommen zur beſtimm—ten Zeit bey einer andern an, ſo, daß, es ſey nach welchem Ort es wolle, zum vor—aus berechnet werden kann, um welche Stunde man daſelbſt anlangen werde.
Es wuͤrde mich zu weit uͤber die, mir vorgeſetzten Schranken fuͤhren, wennich unter dieſer Menge von Kanaͤlen, jeden beſonders beſchreiben wollte; undda, wie ſchon geſagt, ſolche faſt in allen Stuͤcken einander aͤhnlich ſind, miruͤberfluͤſige und unndthige Arbeit, dem Leſer aber Langeweile verurſachen. Ichwill mich deswegen begnuͤgen, einige Nachricht von den vornehmſten Kanaͤlen,wie ſolche von einer Stadt zur andern laufen, zu geben; und nur die beſondernWerke der Kunſt, die man hin und wieder auf ſelbigen antrift, bemerklich zumachen ſuchen.
In dem Theile von Nordholland, der zwiſchen der Nord- und Zuyder—See lieget, gehet von dem Meerbuſen, das Ye, genannt, Amſterdam gegen uͤber,ein Kanal uͤber Moͤnnikendam nach Eydam; ein anderer aber von Saardam,dem