60 Geſſchichte der inlaͤndiſchen Schiffahrt.
net wird. Sie wurde 1228 angeleget, wird aber jetzt nur zum Abziehen desWaſſers gebraucht.
Von Bruͤgges gehen wiederum verſchiedene Kanaͤle ab; als erſtlich der,ſo linker Hand der nach Damme gehenden alten Fahrt, nach Schluys, einerhollaͤndiſchen Feſtung, laͤuft, und zum Unterſchied, die neue Fahrt genanntwird. Ferner der große und breite Kanal, der 4500 Ruthen lang iſt und nachOſtende gehet; wodurch denn Bruͤgges eine Gemeinſchaft mit der Nordſee er—haͤlt, Er wurde kurz nach vorgedachter neuen Fahrt, zwiſchen Gent undBruͤgges, angeleget.
Bey dem Fort, Philip, eine viertel Stunde von Oſtende, liegt an derMuͤndung dieſes Kanals, ein ſehr großes und vortrefliches Schleuſenwerk, dasaus einem, 3 Fuß breiten Durchlaß, fuͤr große Schiffe, und zwey kleinern,zum Gebrauch der Schiffe von geringerer Groͤße, beſtehet. Auch iſt daſelbſtein ausgemauertes Baſſin, in welchem eine ziemliche Anzahl Schiffe, Raumfindet. Der Herr Bellidor, hat in ſeiner Waſſerbaukunſt, dieſes Werk, alsein Muſter beſchrieben, und gute Zeichnungen davon gegeben.
Von letztern Kanal, gehet bey dem alten, faſt verfallenen Fort Plaſſen-dahl, eine, 18oo Ruthen lange Fahrt, bey Schnaeskerke vorbey, nach derSchleuſe, die Rattenvalle genannt, und nach Nieuport, welche Feſtung, mit—telſt zwey kleiner Kanaͤle, eine Gemeinſchaft mit der Nordſee und dem Yperle—Fluß, unterhaͤlt.
Von Nieuport gehet ein Kanal, der 2000 Ruthen lang iſt, uͤber Wul—pen, nach Fuͤrnes.
Ein anderer, laͤuft uͤber St. Joris, nach Dixmuͤnden und Fortknoke,iſt 4500 Ruthen lang, und theilet ſich daſelbſt: iu die Yſerfahrt, die nachEverſum, Stavele und Rousbruͤgge, die Yſer 3000 Ruthen hinaufgehet; undin die, welche bey Birſchote und Boeſynghe vorbey, nach pern gehet, und
2700