XIII. Franzoͤſiſche Kanaͤle. 63
zu Mardick, deren eine Durchfahrt 44, die andere aber 26 Fuß, Breite hatte,vollendet; doch muſte, auf Verlangen des engliſchen Hofes, ſchon 1717, diegroße ganz wieder abgetragen, die kleine aber, von 26 Fuß Breite, auf 16 her—unter geſetzt werden. Der Kanal zwiſchen den Schleuſen und dem Meere, war5o Klafter breit und 20 Fuß tief.
Von Bergen gehet eine Fahrt, die Colme genannt, uͤber Link, woſelbſt,die von Bourbourg kommende Weſt-Colme ſich mit ihr vereiniget, und durchWatten, und den, nach dieſem Staͤdtgen genannten Kanal, nach der FeſtungSt. Omer laͤuft.
Zwiſchen St. Omer und Calais, iſt 1681, eine ſchiffbare Gemeinſchaftangelegt, die 11 franzoͤſiſche Meilen lang iſt, durch den, von St. Omer bisWatten ausgegrabenen Kanal, gehet, in der ſchiffbaren Aa, bis Fort Brionhinunter laͤuft, durch den gegrabenen Kanal, der Longuedick genannt, nachHenuin, uͤber Pon-Neuf, nach Fort Rouge gehet, und ſich daſelbſt in zweyArme theilet. Davon laͤuft der zur Rechten, uͤber Marg nach Calais, derandere aber gehet nach der Bruͤcke, Sans⸗pareil, unter welcher zugleich ein,vom vorigen ab, nach Ardres laufender Kanal, durchgehet, und von jener Bruͤckeab, bey Coulogne vorbey, nach Calais, nachdem er ſich, ohnweit erſtern Ortemit dem, von Guines kommenden Kanal, vereiniget hat.
Die Bruͤcke Sans⸗pareil iſt ein herrliches Stuck der Baukunſt, und vondem Ingenieur, Baffara, nach dem Entwurf des Herrn Barbier, 1750, er—bauet. Da unter derſelben ſich zwey Kanaͤle, auf derſelben aber, zwey Wegeeinander quer durchſchneiden, ſo beſtehet ſie aus einem, durchaus von Quadernerbaueten Kreuzgewölbe, mit 4 Armen oder Fluͤgeln. In des Herrn Bellidorsoft genannten Werke, findet ſich eine ganz richtige Abzeichnung davon, den Pracht-kegel ausgenommen; der auch wohl wegbleiben wird, weil er nur die Paſſagebehindern wuͤrde. Auf dieſem Kanale, der faſt beſtaͤndig in einer niedern Ge—gend fortlaͤuft, liegen nur etliche alte, nicht bemerkenswerthe Schleuſen.
Zwi-