XIII. Franzoͤſiſche Kanaͤle. 73
nen Gaͤrtner daruͤber zu Rathe zog, aber alsdann ſolches auch ſo deutlich dar—legte, daß kein Zweifel uͤber die Untrieglichkeit des Erfolgs, uͤbrig blieb. Eruͤberwand, unter dem Schutze des Herrn Colbert, alle die Schwierigkeiten,welche, nur auf ihr eigen Intereſſe bedachte Leute, ihm in den Weg legten.
Und, was dieſe Unternehmung noch mehr befoͤrderte, war, daß der Koͤ—nig mit der Provinz Languedoc, die Baukoſten zu gleichen Theilen uͤbernahm,und ſich erklaͤrte, alle, die dabey leiden wuͤrden, ſchadlos zu halten. Er nahmuͤberdem den Kanal in ſeinen koͤniglichen Schutz, machte ihn zum Lehn, undverliehe ſolches dem Herrn Riquet und deſſen maͤnnlichen Nachkommen, wel—ches die jetzigen Grafen von Caraman ſind, mit der einzigen Beſchwerde, denKanal in baulichen Weſen zu unterhalten.
So belohnte ein großer Koͤnig, zu ſeinem eigenen Ruhm, den, der durchſeine Wiſſenſchaft, zur Vergroͤſſerung des Kaufhandels und zum Wohl desStaats behuͤlflich war. Und ſelten wird ein dergleichen Unternehmen gelingen,wenn der Fuͤrſt ſich ſelbiges nicht eigen macht, und, wo nicht alle, doch dengroͤſten Theil der Koſten uͤbernimmt.
Der Koͤnig uͤbergab dem Chevallier Clairville, der damals der be—ruͤhmtſte Ingenieur in Frankreich war, die Direction dieſer Arbeit; dem HerrnRiquet aber legte er die Qualitaͤt, als General⸗Unternehmer, bei. Nachdemder Anſchlag dieſes weit ausſehenden Werks gemeinſchaftlich war gemacht wor—den, wurde die Arbeit angefangen, und am 29ſten Julii 1666, der erſte Stein,im Hafen von Cette, wo das Vordertheil des Kanals, oder deſſen Muͤndungam Mittellaͤndiſchen Meere ſeyn ſollte, mit vieler Feyerlichkeit geleget.
Im Monath May, 168 7, war der ganze Kanal vollendet, nachdem 1Jahre daran gearbeitet worden.
Der Lauf deſſelben vom Mittellaͤndiſchen Meere, bis an die Garonne, iſtfolgender: Von ſeiner Muͤndung im Hafen von Cette, ſteiget er gegen Agde,K bis