Buch 
Beschreibung der in England seit 1759. angelegten, und jetzt gröstentheils vollendeten schiffbaren Kanäle, zur innern Gemeinschaft der vornehmsten Handelsstädte : Nebst einem Versuch einer Geschichte der inländischen Schiffahrt, und aller, bis jetzt, in- und außerhalb Europa bekannten schiffbaren Kanäle / Von J. L. Hogrewe ...
Entstehung
Seite
76
JPEG-Download
 

9.593151

76 Geſchichte der inlaͤndiſchen Schiffahrt.

Da aber dieſes achteckigte Baſſin, das 200 Klafter lang und 1 o breitiſt, nach einer Zeit von 20 Jahren, verſchlammet war, auch die Fahrzeuge,wegen der ſtarken Wellen, in ſelbigen Gefahr liefen: ſo ließ der Herr von Vau-ban, anſtatt daſſelbe auszuraͤumen, an der Suͤdſeite, ein neues Stuͤck Kanal,zwiſchen den Schleuſen, Medecis und Montferrand, ausgraben, welches nochjetzt zum Waſſerbehaͤlter dienet, und eine ungleich groͤßere Menge Waſſer, alsvorgedachtes Baſſin, faſſet. Zugleich fielen auch dadurch die zwey Schleuſen,am Ein- und Ausgange des Baſſins, weg.

Dieſem beruͤhmten Herrn von Vauban, kann man die Ehre, dieſenKoͤnigl. Kanal zu ſeiner jetzigen Vollkommenheit gebracht zu haben, gar nichtabſprechen. Denn, da man bey deſſen Anlegung, ihn uͤber viele Fluͤſſe undBaͤche hatte fuͤhren muͤſſen, ſo ſahe man kein ander Mittel, und glaubte ſogar,die Schiffahrt zu befoͤrdern, wenn man ſolche in den Kanal eintreten ließe, undſie, durch Abzuͤge an der Oberflaͤche deſſelben, wieder abzufuͤhren ſuchte. Abernach Verlauf von etlichen Jahren, hatten dieſe Fluͤſſe und Baͤche ſo vielenSchlamm in den Kanal eingefuͤhret, daß die Schiffahrt bald wuͤrde aufgehorethaben, wenn nicht der Herr von Vauban ein Mittel gefunden haͤtte, dieſe frem-den Waſſer, von dem Waſſer des Kanals abzuſondern, und nur eben ſo vieldavon hinein zu laſſen, als zur Unterhaltung der Schiffahrt erforderlich war.

Dieſen Endzweck zu erreichen, ließ er an denen Stellen, wo anſehnlicheFluͤſſe auf den Kanal ſtießen, bebruͤckte Waſſerleitungen von 3 bis 4 Bogen,unter welchen der Fluß unaufgehalten durch, der Kanal aber daruͤberweggehet,anlegen. Ueberhaupt ſind deren 6, von welchen die uͤber den Repoudre, denCeſſe⸗ und den Orbeil⸗Fluß, bey Trebes, die anſehnlichſten ſind, und zu den vor-zuͤglichſten Werken, die dieſen Kanal verherrlichen, mit allem Recht gehdren.

Die andern kleinen Baͤche und Quellen wurden durch Nebengraͤben, an demKanal herausgefuͤhret, und an, dazu ſchicklichen Orten, unter dem Schlauchedes Kanals, mittelſt ſteinerner Waſſerleitungen, nach Art der Heber, durchgefuͤh—ret und fortgeſchaffet. Von dieſen finden ſich 39 in der Erſtreckung des ee

Der