XIII. Franzoͤſiſche Kanaͤle. 77
Der Herr Bellidor, von welchem ich dieſe Nachricht gröſtentheils entleh—net, hat im Aten Buche ſeiner Waſſerbaukunſt, alle dieſe Werke ausfuͤhrlich be—ſchrieben und durch gute Zeichnungen erlaͤutert.
Auch hat der Geographe Nollin, zu Paris, eine gute Charte von dieſemKanale herausgegeben, die aber anjetzt ſehr ſelten iſt. Beſagter Herr Bellidorfuͤhret noch an, daß man an dieſem Kanale ſehr tadle, daß, da die Garonne,zwiſchen Toulouſe und Meſſac, bey trockner Witterung ſehr niedrig iſt, mandenſelben nicht bis dahin verlaͤngert haͤtte, welches eine Million gekoſtet habenwuͤrde; und daß man es nicht gut heiße, daß er nicht ganz nahe bey Bezieresund Carcaſſone vorbey gefuͤhret worden, da ſolches doch haͤtte geſchehen koͤn-nen, und dem Kaufhandel dieſer Staͤdte ſehr zutraͤglich wuͤrde geweſen ſeyn.
Außer dieſem Kanale, giebt es in Languedoc noch verſchiedene andere, wel-che denen nicht weit vom Meere belegenen Staͤdten, zur Gemeinſchaft dienen, als:Der Kanal zwiſchen Grave und Montpellier, der mittelſt des Fluſſes Lez,eine Verbindung mit den Weihern und dem Meere hat.Der Kanal von Luͤnel endet ſich ebenfalls an den Weihern.Die Kanaͤle von Radelle und von Silveſtal, machen eine Communicationzwiſchen Aiguesmortes und der Rhone, den Weihern und dem Meere.
Der Kanal von Nouvelle, gehet durch die Weiher bey Salces, Palmeund Sigeau, aus der Gegend von Perpignan, bis gegen Narbonne, wo die Fahrtauf ihm, durch den Fluß Aude, eine Meile vom großen Kanale, fortgeſetzetwird. Solchergeſtalt erleichtern dieſe verſchiedenen Kanaͤle die Gemeinſchaft,von der Muͤndung der Rhone an, bis nach Perpignan und dem Ocean, ohnedaß die Waaren der Gefahr zur See bloßgeſtellet werden.
XIV. Kanaͤle in Italien.
Spaun und Portugall, Lander, wo der Ackerbau faſt gaͤnzlich vernachlaͤſſt—get, wo der Fleiß und die Induſtrie der Nation nicht aufgemuntert wird,K 3 wo