Labyrinth auf ewig verschlossen wird. Ein eifersüchtigerFürst ist mehr denn Argus und BriareuS; er hat hundertAugen, Euch zu beobachten, und hundert Hände, Euch zugreifen. Zeno ist der verliebteste Ehemann, aber der rach-gierigste Feind; in seinen Adern fließt Tigerblut, doch dieFesseln der Liebe hemmen seinen wüthigen Sinn; darumrächt er Amors Schalkheiten streng an den Paladins derschönen Zoe, aber nie an ihr. Euer Loos würde das näm-liche Eurer Vorgänger im Thurm gewesen seyn, wenn sienicht für Euch mehr empfunden hätte, als für alle übrigen,die für sie ausgelitten und ausgehungert haben. Sie erbotsich, ihre Unschuld und ihre Tugend durch die Feuerprobe zuerhärten, und verlangte dreist Eure Befreiung aus dem Mord-keller. Wie ihr aber der Fürst diese ziemliche Bitte auf eineschnöde Art versagte, ging sie mit trauriger Geberde vonihm, und gelobte sich mit einem theuren Eide, von Stund'an keine Speise mehr anzurühren, um mit Euch, Herr Rit-ter, gleiches Todes zu sterben. Das ließ sich der harther-zige Gemahl wen-g anfechten und zog auf die Jagd; sie be-nutzte seine Abwesenheit, die ThurmwaLe zu bestechen, undEuch mit Speise nach Nothdurft versorgen zu lassen, ob siegleich selbst, ihrem Gelübde getreu, sich aller Nahrung ent-hielt. Nach drei Tagen wurde dem Fürsten angesagt, daßdie ledersarbene Bleichsucht an den Rosenwangen seiner Ge-mahlin zehre und die Fackel des Leben« in ihren himmlischenAugen zu erlöschen beginne. Das bekümmerte ihn in derSeele, er flog reumüthig zu ihren Füßen, und beschwor sie,von dem Entschlüsse abzustehen, ihre Schönheit zu vernichte»und aus der Welt zu scheiden. Er gewährte ihr die Bitteum Euer Leben, doch mit dem Beding, daß Ihr aus Naro«auswandern solltet, wie Vater Adam aus dem Paradies,ohne jemals die Rückkehr zu versuchen. Der Fürst befahl
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