Band 
Erster Theil.
Seite
7
JPEG-Download
 

«7

sonders seines Freundes, des Altbürgermeisters Zschar»ner, kam die Anstalt durch ihn rasch empor. Sein Ver-dienst fand in der Schweiz, die er fortan als sein neuesVaterland betrachtete und mit Gluth liebte, allgemeinste An-erkennung. Räthe und Gemeinden der DreiBündte dank-ten ihm auf die ausgezeichnetste Weise durch feierliche Ver-leihung des Ehrenbürgerrechts.

Die Periode des Eindringens der Franzosen (1798)wurde für die schweizerischen Patrioten eine harre Prüfungs-zeit. Durch's ganze Land herrschte Verwirrung, Unfriede»Parteien standen sich überall erbittert, zum Kampfe gerüstet,gegenüber. In diesem kritischen Augenblicke dachte der edleZschokke bloß seiner Pflicht als Schweizer Bürger. Er tratin die Reihen der Vertheidiger Bündtnerischer Unabhängig-keit, im Kampf gegen die Neufranken. Doch letzter konnteunmöglich lange zweifelhaft seyn; die Bündtner traten mitden Parteien und Fremden in Unterhandlungen; unbZschokkemit seinem Freunde Zscharner wurden nach Aarau, demdamaligen politischen Mittelpunkt der Schweiz, gesendet, umdas Interesse der DreiBündte, als Deputirte, vor der Tag-satzung und den Diplomaten Oesterreichs und Frankreichs zuvertreten. Zscharner, unmuthig und dem Druck der neuenVerhältnisse nicht gewachsen, zog sich zurück; die ganze Lastder schwierigen und verwickelten Unterhandlungen ruhete nunallein auf Zschokke's Schultern. Er führte sie mit Beharr-lichkeit, Kraft und Klugheit. Bald darauf zum Chef desUnterrichtswesens gewählt, wirkte er des Guten in Menge,so wie in verschiedenen der wichtigsten Missionen sich dasVertrauen seiner Mitbürger eben so sehr, als sein Patrio-tismus, seine Geschäftökundigkeit, und das Talent, sich leichtin den verwickeltsten und neuesten Verhältnissen zurecht z»