Flatter« und Flitterzeit des Lebens ist vorbei. Aber gar dervierzigste! — ach, — vierzig Jahre! Und ohne Amtund ohne Lebensgenossin!
' In diesem Falle war ick; wahrlich nickt durch meineSchuld! Daher beschloß ich in meinem geheimen Rath, solange ich noch ein Mitglied vom Orden der Hagestolzenbleiben müsse, nie älter, als neun und dreißig, nie jünger,als acht und dreißig zu seyn, und sollte ich darüber neunund achtzig werden und neun und neunzig.
Mit diesem verzweiflungsvollen Entschluß stand ich aufund wählte meine Sonntagskleider. Aber, wie gesagt, meineSeele war voll bittern Schmerzes.
Bald vierzig, und noch einsam! noch immer nichtsals ein armer 6sn<ii<i»t,i, tiisolo-i»«, ohne Anstellung, ohneAussichten! — nicht einmal die Lehrerstelle an einer Stadt-schule hatte ich erringen können. Wozu meine ganze Ge-lehrsamkeit, mein dreißigjähriger Fleiß, mein, ich darf's wohlsagen, reiner Lebenswandel? Ich hatte keine Verwandte,keine Fürsprecher, keine Gönner. Da lief ich noch immer,Woche auS, Woche ein» von Straße zu Straße, Privatun-terricht zu geben, mir ein ärmliches, freudenloses Leben zufristen. In den Erholungsstunden war ich Schriftsteller, ar-beitete in Journalen und Almanachen. Ach, das ist saureArbeit! Die Buchhändler zahlten mir die Paradiese meinerMusen mit Kupfermünze.
Man hatte mich zwar überall lieb; man lobte meineTalente, aber Keiner half mir — höchstens ward ich zuGast geladen. O, ihr Himmelsträume meiner Jugend, wiehattet ihr mich getäuscht! — Andere, die nicht gearbeitethatten» wie ich, freuten sich der Goldernten. Nun bedau-erten sie mich. Hätten sie mich lieber gehaßt! — Und die