Band 
Erster Theil.
Seite
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gute Friederike» ach» sie war mir vergebens treu! auchsie mußte verblühen, wie eine Alpenblumc in der Einsamkeit,die Niemand kennt.

Hier schössen mir die Thränen in'S Auge. Ich überließmich ungehindert meinem Schmerze. Ich schluchzte undweinte wie ein Kind. O, hätte mich mein guter Vater dasgeringste Handwerk erlernen lassen!

Friederike war seit neun Jahren meine versprocheneBraut. Fromm, wie eine leidende Heilige, stand sie so un-verwandt und vergessen und arm in der Welt, wie ich; sahnur auf mich. Sie war eines Hofraths Tochter, der nacheinem Bankerott plötzlich gestorben war. Ihre alte Mu'-ter, die in einer kleinen Stadt der Neumark, an der polni-schen Grenze, in kläglichen Umständen lebte, war zu arm,um ihre Tochter bei sich zu haben. Friederike diente in ei-nem Hause zu Berlin als Gesellschafterin einer gnädigenFrau, oder, redlicher gesprochen, —als Kammerjungfer,und unterstützte die bedürftige Mutter. — Trotz meines fröh-lichen Humors wäre ich oft verzweifelt, hätte mich die edleFriederike nicht wie ein besserer Engel wieder erhoben.

Aber nun rückt' ich den Vierzigern zu, und Friede-rike war schon fünf und zwanzig! Ich noch immer ein ar-mer, frommer llunäidatus tbeologise, und sie — Kammer-jungfer.