Band 
Erster Theil.
Seite
22
JPEG-Download
 

22

mit frommer Siufalt daran. — „Ferdinand! Ferdinand!Gott sey mit Dir! sey glücklich! aber wir sehen uns niewieder!" rief Friederike schluchzend.

Reise nach Magdeburg.

Am 15. Oktober fuhr ich, vergnügt wie ein Gott, zumBrandenburger Thor hinaus, meine Vokation und die Sie-geslieder in der Tasche. In Potsdam mußte ich einigerGeschäfte willen übernachten. Abends ging ich hinaus nachSanSsouci. — Im Garten und auf der classischen Stelle,wo einst die sechzehnjährige Friederike mir ewige Liebeschwur, erneuerte ich nach neun Jahren mein treues Ge-lübde. Dann schrieb ich der Theuern bis tief in die Nachteine Jliade von meinen Hoffnungen und Träumen; schildertedie Seligkeit unsers künftigen häuslichen Lebens in derPfarrwohnung, fern vom Getümmel der großen Welt.

„Du und ich, Friederike, was bedürfen wir mehr, umden ganzen Himmel auf die Erde niederzuziehen? UnsereHütte, unser Gärtchen wird von uns der schönste Theil vouGottes Schöpfungen heißen. Unbeneidet von Andern, wer-den wir selbst Engel nicht beneiden."

Unter den Melodiken des letzten Wunsches von Sa»lis entschlummerte ich — meine Träume waren nur buntere,glänzendere Fortsetzung des Wachens, Früh ging'S den au»