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ChaumigrernS barbarischer Einfall gab uns Stoffzum Nachdenken. Wir schwiegen alle Drei still. Plötzlichfuhren wir von unsern Sitzen auf, und standen steif undgerade wie die Kerzen — denn im Dorfe fiel ei« Gewehr-schuß um den andern, und unsere Soldaten schrieen drau-ßen: „Franzosen! Feinde! Alles heraus!
Die Trommel wirbelte; die vier Trompeter schmetterte«um die Wette. Chaumigrem ward todtenblaß. Ich, ummein höllisches Entsetze» zu verbergen, wüthete in der WirthS»stube herum, und rief: „Halloh! d'rauf los! brave Preu-ßen, d'rauf los!" und suchte die Thür — war aber, derHimmel weiß es, wie mit Blindheit geschlagen. Ich fandkeine Thür; ich sprengte in der Angst der alten Wirthin dieSchränke auf, und rief dabei immer mit höher steigenderStimme: „Preußen heraus! brave Preußen, verlaßt michnicht!" — Die Wirthin lamentirte kläglich; die Kinderschrieen Zeter, Hund und Katze sprangen flüchtend überTisch und Stühle bis zum heißen Kachelofen hinauf.
Die Verwirrung, dies Geschrei um mich her, vermehrtemein Grausen, denn ich glaubte nicht anders, als die Fran-zosen seyen schon im Zimmer und spießten unbarmherzigerWeise die Kinder. Wenn sich der Himmel nur dies einzigeMal meiner erbarmt, dachte ich, so will ich in meinem Lebennie wieder Generaladjutant seyn.
Mein Toben und Lärmen, welches Karl der Große undsein versteinerter Chaumigrem, zum Glück für mich, ganzanders und sehr ehrenvoll für mich auslegten, flößte auchihnen neuen Muth ein. Sie zogen die Degen, gingen zuden vor dem Hause versammelten Truppen hinaus, und ichfolgte ihnen. — Ach, wie wohl that mtr's, da ich draußenin der Dunkelheit stand! nun sah mich Niemand. — Ich