Band 
Erster Theil.
Seite
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konnte jetzt, wenn die Noth am größten werben sollte, un-gestört einen Moreau'schen oder Lenophontischen Rückzugmachen. Ich bin sonst nicht furchtsam, aber diesmal hattemich doch ein panischer Schrecken unterjocht. Ohnehin binich von Natur des Abends etwas ängstlicher, als am Tage.

„Adjutant vor, mit zwanzig Mann sogleich zum Kirch-hof; dort ist unser Posten angegriffen! Wenn's nöthig ist,schicken Sie her; und wir rücken mit Sukkurs nach. Bisjetzt ist's nur Postengefecht." So befahl der Lieutenant;die zwanzig Mann setzten sich gegen den aus der grauenDämmerung hervorschwebenden Kirchthurm in Bewegung,und ich unglückseliger lVlogister bonsrum srtium mit dem blo-ßen Degen voran.

Plagt denn diesen Lieutenant Kader Teufel? dachte ich;weiß er denn nicht mehr, daß ich zu Berlin im Dachstüb-chen wohnte?

Allein es war genug, mir Muth zuzutrauen, und dasEhrgefühl gab mir ihn. Als wir den Kirchhof erreicht hat-ten, ward mir's plötzlich schwarz vor den Augen, denn wirrückten geradezu gegen eine alte Mauer, auf welcher dürresGesträuch wehete. Ich aber hielt die Mauer für fran-zösische Truppen, die Strauchäste für Bayonnette, sprang aufdie Seite, und schrie mit Grausen, als sähe ich Gespenster:„Feuer! gebt Feuer!"

Erst beim Pulverblitz erkannten wir, daß wir einer ehr-würdigen Mauer das Treffe» lieferten.

„Pardon! Pardon!" riefen aber im gleichen Momentmehre Stimmen. Und sieben Mann leichter französischerInfanterie krochen unter der Mauer, wo sie sich verborgenhatten, hervor, und — streckten vor dem Nsgi-ter bonsrum