„Ei, sieh' da, mein Feldherr!" rief ich entzückt bei'mAnblick dieser lieben, bekannten Gesichter: „Ist daS dieMahlzeit, welche Sie im Elysium bei Aiethen, Schwerin,Winterfeld und Friedrich dem Großen versprochen hatten?"
Als der Lieutenant meine Stimme hörte, sprang erfreudig auf, und schloß mich mit Rührung in seine Arme:„Wie, Herr Adjutant, Sie leben noch? Gottlob, so ist un-serm König doch noch ein braver Mann erhalten! O, wieviel haben wir Sie schon bedauert. Aber daß Sie auchIhre verdammte Hitze nicht mäßigen konnten! Ich sah eswohl, wie Sie eS mit den drei Chasseurs aufnahmen, wieSie sie in die Flucht trieben. Ihr Beispiel begeisterte wie-der meine schon etwas muthlvsen Leute. Wir stürzten mitgefälltem Bayonnette gegen den Feind — Verwundete gabes auf beide» Seiten. Wir schlugen uns eine halbe Stundelang. Aber da waren wir umringt. Wir mußten daS Ge-wehr strecken. Kommen Sie, Herzensadjutant, theilen Sieunsere Suppe mit uns."
Noch einmal um's andere umarmte mich der wackereLieutenant-General) auch der tapfere Chaumigrem war auf-gesprungen, und hatte mich in seine Arme geschlossen. DieKönigin bot mir ihren blechernen Löffel, und so vergaß ichmein Elend.
Nach einer halben Stunde kam der wachthabende Offi-zier mit einem Korporal. „Wer von Ihnen, meine Herren,ist der General-Adjutant?" — Karl der Große lächelteselbstzufrieden, und zeigte mit dem Finger auf mich) dennder französischen Sprache war er nicht mächtig.
„Herr Adjutant," sagte der Offizier, „eö thut mir leib,Sie sind schändlich mißhandelt worden. Hier schickt man Ih-nen au- dem Hauptquartier einige Kleider, wenn Sie da-