Band 
Erster Theil.
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hätten. Ich fand das sehr langweilig, weil ich es ohnedemwußte, und fertigte sie mit dem Bescheid ab: „Mamsellchenwird schon für mich bezahlen." Dann stieg ich in den Wa-gen und setzte mich an die Stelle meiner gewesenen Herr-schaft; da saß ich bequemer und wärmer, auch rechnete ichauf angenehme Gespräche mit Mamsellchen.

Es kam endlich; man hob es zu mir in den Wagen; ichrief Adieu, und fort ging's. Aus dem angenehmen Ge-spräch aber ward nichts. Die Reisegefährtin schob sich inden Winkel des Wagensitzes so weit als möglich von mir,antwortete einige Mal auf meine bescheidenen Bemerkungen,Laß es sehr frisch, oder sehr finster, oder nicht gut zu fah-ren sey, ein schläfriges Ja und Nein, und überließ michmeinen ferneren Betrachtungen.

Diese Betrachtungen wurden immer wunderlicher, alsmeine schöne Gesellschafterin — zwar im Dunkeln ließ sichmehr Schönheit ahnen, als sehen — im Schlafe, wie derWagen schaukelte, sich näher und näher gegen mich senkte.Aus bloßem Mitleiden mit dem guten Kinde, daß es nichtzu sehr umhergeworfen werde, rückte ich ihm drei bis vierZoll näher. Nach einem Weilchen lehnte der Kopf derSchläferin an meine Achsel — ein hartes Kissen. Ich legtemit schüchternem Erbarmen meinen linken Arm um ihrenschlanken Leib, und hielt die Schlummernde an meinerBrust. Sie schlief sanft, wie die Unscduld, und erwachteselbst von den unruhigen Schlägen meines Herzens nicht,während ich wie ein Verbrecher zitterte.

Zum ersten Male lag ein schlafendes Mädchen an mei-ner Brust — zum ersten Male hielt ich stundenlang einweibliches Wesen mit dem Arm umschlungen — ach, vergib,Friederike, wenn ich dir in diesen Augenblicken — nein,