Band 
Erster Theil.
Seite
109
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selten von ihrer Mutter. Doch kenne ich ihre» Sitz in derKirche und den Sonntagsspaziergang, den sie gewöhnlichmit ihrer Mutter vor das Ulmenthor macht. Auch habeich schon ausgespürt, daß ein junger, hübscher Kerl, einGärtner, ihr den Hof macht. Er kann sie aber nicht heira-then, weil er ein armer Teufel ist, und das Mädchen hatauch nichts. Die Mutter ist Wittwe eines an der Auszeh-rung gestorbenen Leinwebers."

— Wie heißt die Mutter?

„Wittwe Bittner im Milchgäßchen, und ihre Tochter,schön wie eine Rose, heißt, was sie in der That ist, Röschen."

Dem guten Philipp wurde es bei diesem Namen kaltund warm. Er hätte die beste Lust gehabt, dem Erzählerdie geballte Faust auf den Kopf zu geben. „Sind Sie desTeufels?" rief Philipp.

„Gelt!" sagte der Holländer, „ich habe schon gut ge->kundschaftet. Sie müssen das niedliche Ding erst sehen.Oder wie, mein Prinz, sollte Ihr Scharfblick schon die köst-liche Perle entdeckt haben? Kennen Sie sie wirklich?"

— Ich kenne sie allerdings.

„Desto besser. Habe ich zu viel gelobt? Stimmen Sienicht bei? Die soll uns nicht entgehen. Wir wandern miteinander zur Mutter. Sie spielen den Menschenfreund.Die Armuth der Wittwe ist Ihnen bekannt geworden. Siemögen keine Nothleidenden sehen. Sie erkundigen sich theil-nehmend nach den Umständen der guten Frau, lassen? einGeschenk zurück, wiederholen die Besuche, fahren in Mild-thätigkeit fort, werden mit Röschen bekannter. Daö An-dere gibt sich. Der Gärtnerlümmel ist bald beseitigt; der