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Kerl, unsere Frauenzimmer auf öffentlicher Straße zu be-leidigen?" sLnob ein junger Lieutenant, der ein hübschesMädchen am Arm führte, den Nachtwächter an.
„Herr Lieutenant, der Nachtwächter singt, leider Gottes,die Wahrheit!" entgegnete ihm ein junger Müller. „Undgerade das Weibsbild, das Sie am Arm führen, bestätigtdie Wahrheit. „He, Jüngferchen, kennst Da mich? WeißtDu, wer ich bin? He? Geziemt sich das für eine verlobteBraut, des Nachts mit andern Männern umherzuschwärmen?Morgen sag' ich's Deiner Mutter ab. Ich will nichts mehrmit Dir zu schaffen haben!"
DaS Mädchen verhüllte sich das Gesicht und zupfte amArm des Offiziers, um davon zu kommen. Der Lieutenantwollte aber, als ein Kriegsheld, vor dem Müller nicht soleicht Reißaus nehmen und mit Ehren das Feld behaupten.Er stieß eine Menge Flüche aus, und da dieser kein Wortschuldig blieb, schwang er den Stock. Plötzlich aber erhobensich zwei dicke spanische Röhre, von bürgerlichen Fäusten ge-führt, warnend über dem Haupte des Lieutenants.
„Herr!" rief ein breitschultriger Bierbrauer dem Kriegs»manne zu, „hier keine Händel wegen des schlechten Mäd-chens angefangen. Ich kenne den Müller, er ist ein braverMann. Er hat Recht, und der Nachtwächter hat Reckt, sowahr ich lebe: Ein ehrlicher Bürgersmann und Professionistkann und mag kaum noch ein Mädchen aus unserer Stadtzur Frau nehmen. Die Weibsbilder wollen sich alle überihren Stand erheben; statt Strümpfe zu stricken» lesen sieRomane; statt Küche und Keller zu besorgen, laufen sie inKomödien und Konzerte. Im Hause bei ihnen ist Unflath,und auf den Gassen gehen sie geputzt einher, wie Prinzessin-nen. Da bringen sie dem Manne keine Mitgift in'S Hau-,